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Tagungsbericht 2015

Achtung Ebenbild! - Der fragwürdige Umgang mit unseren tierischen Verwandten


Wie intelligent sind Tiere? Haben sie eine Seele, vielleicht sogar eine eigene Würde? Was bedeutet artgerechte Tierhaltung? Und: Können wir durch unser Konsumverhalten dazu beitragen, dass Tieren weniger Leid zugefügt wird? Das sind nur einige der Fragen, die sich mit großer Eindringlichkeit bei der Tagung des AK Naturwissenschaft und Glaube in Salmünster stellten. Eine filmische Einführung zeigte, wie die Forschung heute bisher kaum für möglich gehaltene Formen von Intelligenz und Bewusstsein bei Tieren findet, und das nicht nur bei Säugetieren und Vögeln, sondern sogar auch bei Kraken und Insekten.
Barbara Rempe vom Deutschen Tierschutzbund berichtete in ihrem Vortrag von den vielen Facetten ihrer langjährigen, engagierten Arbeit. Dabei ging es nicht nur um Tierzucht und Tierhaltung, Tiertransporte und Methoden der Schlachtung, sondern auch um die Jagd, den Handel mit Tieren und tierischen Produkten, Tiere im Zirkus und im Zoo und nicht zuletzt um Tierversuche. Auf all diesen Gebieten versucht der Deutsche Tierschutzbund zumindest grundlegende Standards im Umgang mit den Tieren durchzusetzen. In der Diskussion wurde allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern klar, dass die Marktmacht von Verbrauchern und die Mobilisierung der politischen Öffentlichkeit durch Kampagnen durchaus die Verhältnisse verändern können.

Nach Exkursionen in ein Tierheim und in einen Zuchtbetrieb sprach am Samstagnachmittag Dr. Rainer Hagencord, Gründer und Leiter des  Instituts für Theologische Zoologie an der Universität Münster. Hagencord plädierte für eine Theologie „mit dem Gesicht zum Tier“. Die Texte des Ersten Testaments und die Jesus-Geschichte seien ohne die Tiere nicht denkbar. Die Tiere seien von Gott gewollte und gesegnete Mitgeschöpfe. Im Unterschied zum Menschen seien sie „im Paradies geblieben“ und somit „gottunmittelbar“. Hagencord verwies auf die beiden Schöpfungsgeschichten und auf die Noah-Geschichte, aber auch auf die anrührende Geschichte von Bileam und seinem Esel im Buch Numeri, Kap. 22. In einem aktuellen Beitrag für den Hirschberg hat Hagencord auch das Buch Hiob benannt, wo gerade die chaotische Wildheit der Natur und das vielfältige Leben der Tiere in ihren je eigenen natürlichen Umwelten als Beleg für die letztlich unbegreifliche, nicht nur auf den Menschen bezogene Schöpfungsweisheit Gottes gilt („Segne Vater diese Gaben“ oder: Wer soll wann was tun?, Hirschberg 3/2015, S. 159-169).

Der abschließende Wortgottesdienst am Sonntagmorgen griff die Thematik nochmals von ei­ner anderen Seite auf. In der Perikope des Markus-Evangeliums für den 1. Fastensonntag ist zu lesen, dass Jesus in der Wüste bei den wilden Tieren lebte und die Engel ihm dienten (Mk 1,13). Diese Geschichte steht genau zwischen der Taufe Jesu und seinem ersten öffentlichen Auftreten. Im Angesicht der wilden Tiere erfährt Jesus also seine besondere, messianische Berufung. Sie gehören nicht nur zur Schöpfung, sie gehören zum kommenden Reich Gottes. Eine Revision im Umgang mit unseren tierischen Verwandten ist unausweichlich.
                                                                                                                                    Kurt Schanné


Achtung Ebenbild!– der fragwürdige 
Umgang mit unseren tierischen Verwandten



Während Tiere ihre wichtige Helferrolle als Zug- und Fortbewegungsmittel heute weitgehend verloren haben, verbleiben nun vor allem zwei äußerst gegensätzliche Rollen, sowohl Freund wie auch Nah-rungsmittel von uns Menschen zu sein. Tiere in dieser Doppelrolle zu sehen, ist nicht nur für Kinder schwer zu ertragen. Verheerende Auswüchse kommerziell-bedingten und nicht-artgerechten Umgangs lassen uns ohnehin fragen, ob die Beziehung von Mensch und Tier heute nicht eine neue Basis braucht, auf der beide Seiten besser und zuverlässiger leben können. Erfordern naturwissenschaftliche Erkennt-nisse darüber, wie viel Mensch im Tier und wie viel Tier in uns Menschen steckt, Konsequenzen im Bezug auf Würde und Eigenwert vieler Tiere? Inwieweit sind unser Lebensstil, Ernährungsfragen und vielleicht sogar unser Glauben davon nachhaltig betroffen?  
Erstmals wird die Tagung im Kloster Salmünster, einem Bildungshaus der Diözese Fulda stattfinden. Zentral und verkehrsgünstig mit Zug und Auto erreichbar, liegt das Kloster im Zentrum einer beschauli-chen Kleinstadt zwischen Spessart und Vogelsberg. Schöne und dennoch 20€ günstigere Einzelzimmer als bisher erwarten uns. Folgendes Programm ist geplant:
          Freitag, 20. 2. 2015
18:00 Uhr  Ankunft und Abendessen
20:00 Uhr  Filmische Einführung zur sozialen Intelligenz von Tieren
         Samstag, 21. 2. 2015
  9:00 Uhr Barbara Rempe (Dt. Tierschutzbund, Bonn):
Das Tier zwischen Nützern und Schützern – Anspruch und
Wirklichkeit des deutschen Tierschutzes
11-12:30    Arbeitskreise u.a. mit Exkusionen
                  (Tierheim, Zuchtbertrieb)
15:30 Uhr  Dr. Rainer Hagencord (Leiter des Instituts für theologische Zoologie in Münster)
Diesseits von Eden. Verhaltensbiologische und theologische
Argumente für eine neue Sicht der Tiere
17:00 Uhr  Abschlussdiskussion mit den Referenten
20:00 Uhr  Unterhaltsamer Abend mit tierischem Programm

  Sonntag,  22. 2. 2015
  9:00 Uhr   „Wenn Tiere reden könnten….“
11:00 Uhr   Hl. Messe mit Pfr. Bernd Weckwerth zum Thema »tierische Ökumene«

Tagungsbeitrag: KMF- und Heliand-Mitglieder: 95 €, Gäste: 125€, KSJ / Jugendl. ab 16 J.: 40€, Kinder ab 4 J.: 10 €, EZ-Zuschlag: 5 Euro, Tagesgäste am Samstag: 25 € inkl. Mahlzeiten (auch vegetarisch)
Anmeldungen bitte bis zum 30. Januar  an die KMF-Geschäftsstelle
Copyright © 2009 Naturwissenschaft und Glaube e.V.